Dienstag, 9. April 2019

Teamarbeit


Es tut weh dich so zu sehn‘,
Jedes Mal.
Immer wenn ich versuche, es perfekt zu machen,
jedes Mal.´,
wenn ich denke, du beendest es aus Liebe,
jedes Mal,
muss ich feststellen, dass du es für sie tust.
Jedes Mal.
Wir tragen die Verantwortung auf unseren Schultern
und du lastest deine auf meinen ab.
Ich nehm sie auf mich, damit es dir gut geht,
doch du schaust nur angewidert auf mich herab
Ich schreie nach Hilfe,
doch es sind nur taube Schreie, hören nichts und sagen nichts aus.
Und ehe man sich versieht nimmt das Leben seinen Lauf,
es ist zu kurz um es so zu beenden,
Nimm die Wörter und verfasse sie zu Bänden,
höre sie dir an und du wirst erkennen,
hättest du dir verziehen, würdest dich nicht so verrennen,
und du sprichst schuldig an deinem Tun,
jedes Mal.
So werden wir in uns‘ren Gräbern ruhn‘.
Als Skandal.

Montag, 4. Februar 2019

Trost zum Tod

Wenn ich in diesem Moment an Dich denke, spielen wunderschöne Erinnerungen sich wie ein persönlicher Film in meinem Kopf ab.
Momente, die ich aufgesogen habe, wie ein Schwamm.
Augenblicke, die wie kleine, helle Sterne in den dunkelsten Nächten scheinen.
Wenn ich in diesem Moment an Dich denke, vermisse ich alles.

Aber ich bin auch dankbar.
Denn der Weg, den wir gemeinsam gegangen sind, hat mir gezeigt, dass das Leben ein Geschenk ist, für das wir täglich dankbar sein sollten.
Jemanden zu verlieren, den man liebt, lässt uns Emotionen spüren, für die es keine passenden Worte gibt. Es ist eine unmessbare Leere, die sich im Herzen ausbreitet und sich von da aus durch den ganzen Körper schleicht. Sie lähmt uns, macht uns blind und taub und für diesen Augenblick sind wir der Welt so fern wie nie zuvor.

Als der Moment gekommen war, an dem wir loslassen mussten, haben wir es einfach getan. Nichts fühlte sich so schlimm und so gut zugleich an.
Wir waren wütend über unsere eigene Machtlosigkeit, über vertane Erlebnisse und über die Tatsache, das Worte niemals fassen könnten, was wir alles noch zu sagen hatten.
Und wir waren dankbar.
Dankbar, dass der Albtraum ein Ende fand, dass ein Gesicht, welches zuvor von Schmerz gezeichnet war, nun so friedlich aussah und dass wir die verbliebene Zeit gemeinsam verbringen durften.
Als wir das Krankenhaus nach Jahren zum ersten Mal wieder ohne einen weiteren Termin in Aussicht verließen, schien die Sonne auf das Dach des Foyers.
Und plötzlich war uns im tiefsten Inneren bewusst, dass alles gut werden würde.

Wir lebten schon seit einer gefühlten Ewigkeit in einem Sprudel voller Emotionen, die so viel von uns in Anspruch nehmen, dass es sich anfühlte, als wäre die Zeit stehen geblieben.
Alles zog an uns vorbei und nichts nahm Rücksicht darauf, dass wir selbst gar nicht hinterher kamen. Wir waren plötzlich mit vielen Dingen beschäftigt von denen sich alle anderen Menschen schützend fern hielten. Dann fühlte es sich an, als würden die engsten Freunde plötzlich eine ganz andere Sprache sprechen. Und als würden wir uns nun nicht mehr verstehen können.
Monatelang haben wir gekämpft, gehofft, gelacht und geweint. Wir waren wie Profis im Medikamente zusammen stellen, Diagnosen verstehen, Behandlungswegen folgen und wir kannten das Krankenhaus blind. Wir wussten all die Ärzte beim Namen, waren durch jeden Flur gelaufen und an jeder Blume des Krankenhausparks vorbeigekommen. Wir hatten sämtliche Körperflüssigkeiten aufgesammelt, nächtelang wach gelegen und uns immer wieder gefragt, was Gott sich bei all dem dachte.

Und das sollte nun alles vorbei sein? – Unmöglich.

In stundenlangen Gebeten und dem Wälzen sämtlicher Bibeltexte hatte ich nie eine zufriedenstellende Antwort auf all meine Fragen erhalten.
Wie bei so vielen Menschen vor mir kreiste eine Frage jahrelang in meinem Kopf herum: „Was soll das denn bitte für ein Plan sein?!“
Als mir die Sonne mitten im Dauerregen-November vor dem Krankenhaus-Eingang auf den Kopf schien, fühlte es sich ungefähr so an, wie wenn man als Kleinkind mit aufgeschlagenen Knien in die Arme der Mutter sprang.
Die Verletzung schmerzte unheimlich, aber man fühlte sich dennoch geborgen – und man war sich sicher, dass nun alles besser werden würde.

Irgendwann, viel viel später, sprach ich mit einer Ordensschwester über genau dieses verrückte Gefühl von Geborgenheit.
„Für manche Dinge dieser Welt“, sprach sie, „haben wir keine Erklärungen.
Menschen brauchen Begriffe; Wörter, Bilder, Töne, Gerüche, etwas, dass sie mit dem Verstand erklären und mit den Sinnen wahrnehmen können. Aber das Leben liefert uns nicht immer einen Beweis. Manchmal fühlen wir etwas und darauf müssen wir einfach vertrauen.“

Jemanden zu verlieren, den man liebt, lässt uns Emotionen spüren, für die es keine passenden Worte gibt.
Es ist ein unbeschreibliche Schmerz, der sich im Herzen ausbreitet und von da aus mit Krawall und Gebrüll durch den ganzen Körper schießt. Er lähmt uns.
Niemals werden wir einen Weg finden, diesem Schmerz zu entgehen. Wir werden keine Wunden heilen können, so wie es mit den aufgeschlagenen Knien funktioniert.
Aber wir werden wissen, dass dieser Schmerz existiert, weil die Liebe es auch tut.
Dass es jemanden gegeben hat, der unser Leben um das Unermessliche bereichert hat. Dass wir diesen Schmerz empfinden, weil wir wahrhaftig gelebt haben. Und wir werden es irgendwann wieder tun.
Manchmal, wenn ich nun in den Himmel schaue, spüre ich, dass Du nie so richtig gegangen bist. Durch unsere gemeinsamen Erlebnisse bleiben wir verbunden. Dafür brauche ich keinen Beweis.

Ich vertraue darauf.

Dienstag, 12. Juni 2018

Glaube und Sternenstaub


Mike Heck (Vater): Manchmal spielt uns unsere Fantasie einen Streich. Ich bin auch schon einmal aufgewacht und habe eine alte Frau gesehen, die am Fußende saß. Aber ihr hört mich nicht darüber reden. […] Sie sah aus wie meine Großmutter […] sie hat gesagt, dass alles wieder gut wird. Aber… das war auch alles.
Sue Heck (Tochter): Oh mein Gott. Jetzt glaube ich wirklich, ich habe die Santa Maria gesehen. 
Sue: Nein, das hört sich unglaublich an. Ich meine, es gibt so viele wunderbare, phänomenale Dinge und die passieren jeden Tag und die hören sich auch verrückt an. Denkt mal drüber nach, wenn ich einem, der keine Ahnung hat, erklären müsste, wie Babys zur Welt kommen, würde ich dann nicht auch verrückt klingen? Und die Sterne…
Ich habe gelesen, wenn ein Stern explodiert, dann ist der Staub den sie finden aus der selben Materie aus dem die Menschen und Tiere bestehen – und der Rest des Universums. Wie unglaublich ist das denn? Der selbe Sternenstaub ist in allem und einfach jedem. In mir, in Dir, ja sogar in Christoph Kolumbus.
Wisst ihr, zu seiner Zeit haben viele Leute noch gedacht, die Erde wäre eine Scheibe. Kolumbus hat gesagt, sie wäre rund und viele haben gedacht, er wär verrückt. Hey, ich weiß, es wird immer Zweifler geben aber hin und wieder braucht es einen, der denkt, wieso kann soetwas nicht wahr sein? Um die Welt wirklich zu verändern.
Und ich werde einer dieser Menschen sein. Wie könnt ihr also auf diesem Planeten aus Sternstaub sitzen, von dem man früher dachte, er wäre eine Scheibe und auch jetzt noch nicht daran glauben, dass alles möglich ist.
Mike: Weil es das nicht ist. Gehen wir, es ist schon spät. Ab ins Bett.
In jener Nacht mussten wir beim Einschlafen alle an das denken, was Sue gesagt hatte. Einige von uns mehr als die anderen.

Zitat aus „The Middle“, Staffel 5, Folge 5

Mittwoch, 7. Februar 2018

Traummann gesucht?

Es ist ja gar nicht die Hausarbeit, die Frauen frühzeitig altern lässt. Es ist die Suche nach dem Traummann, die fast immer nur ein Ende kennt. Den Kompromiss.
Kein Mann ist perfekt, sagen wir uns. Ich werde keinen anderen mehr finden, außer ihn, denken wir. Der kann garantiert Lampen anbringen, freuen wir uns. Er wird mich irgendwann schon so behandeln, wie ich es verdient habe, hoffen wir.
Und wenn wir einen sehr weisen Moment haben, spüren wir, dass er im Grunde nicht komplizierter ist als wir. Wir spüren, dass wir ihn gar nicht ändern müssen, denn wir selbst sind vielleicht gar nicht besser.

- Zitat aus Doctors Diary -

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Gutenachtgeschichte

„Es war einmal ein Junge“, begann Jace
„Ein Schattenjäger-Junge?“ unterbrach ihn Clary sofort. „Natürlich.“ Einen Moment lang klang seine Stimme leicht amüsiert doch als er weitersprach, war der Unterton verschwunden. „Als der Junge sechs Jahre alt war, schenkte ihm sein Vater einen Falken, den er abrichten sollte. ‚Falken sind Raubvögel‘, sagte der Vater, ‚die Schattenjäger der Lüfte.‘ Der Falke möchte den Jungen nicht und der Junge möchte den Falken nicht. Sein spitzer Schnabel machte ihn nervös und die scharfen Augen schienen ihn ständig zu beobachten. Wenn er in seine Nähe kam, hackte der Falke mit dem Schnabel nach ihm und kratzte ihn mit den Krallen.
Wochenlang bluteten die Handgelenke und Hände des Jungen. Er wusste nicht, dass der Vater einen Falken ausgesucht hatte, der über ein Jahr in freier Wildbahn gelebt hatte und daher fast unmöglich zu zähmen war. Aber der Junge versuchte es, weil der Vater ihm gesagt hatte, er solle den Falken abrichten und er wollte den Vater nicht enttäuschen.
Der Junge blieb die ganze Zeit bei dem Falken, hielt ihn wach indem er mit ihm sprach und spielte ihm sogar Musik vor, denn es hieß, ein müder Vogel ließe sich leichter zähmen. Er lernte, mit der Ausrüstung umzugehen, mit der Haube, dem Brehlriemen und der Langfessel, mit der er den Vogel an seinem Handgelenk festband. Sein Vater hatte ihm aufgetragen, darauf zu achten, dass der Falke nichts sehen konnte, aber das brachte er nicht fertig. Stattdessen versuchte der Junge, sich dorthin zu setzen, wo der Vogel ihn sehen konnte, wenn er seine Flügel streichelte, denn er wollte, dass er ihm vertraute. Und er fütterte ihn aus der Hand. […]
Allmählich erkannte der Junge, dass der Falke schön war, dass seine schlanken Flügel für den schnellen Flug gemacht waren, dass er stark und geschickt, wild und geschmeidig war. Wenn er im Sturzflug auf den Boden zuschoss, bewegte er sich schnell wie ein Blitz. Als er lernte, zu kreisen und auf seinem Handgelenk zu landen, schrie der Junge fast vor Freude. Manchmal hüpfte der Vogel auf seine Schulter und legte ihm den Schnabel ins Haar.
Er wusste, dass sein Falke ihn liebte und als er sich sicher war, dass der Vogel nicht nur gezähmt, sondern perfekt abgerichtet war, ging er zu seinem Vater und zeigte ihm, was er geschaffen hatte, in der Hoffnung, sein Vater würde stolz auf ihn sein. Stattdessen nahm der Vater den Vogel, der nun zahm und zutraulich war, in die Hände und brach ihm das Genick. ‚Ich habe dir gesagt, du sollst ihn abrichten‘ sagte der Vater und ließ den leblosen Körper des Falken zu Boden fallen. ‚Stattdessen hast du ihm beigebracht, dich zu lieben. Falken sind aber keine liebevollen Haustiere. Ihre Natur ist kämpferisch, wild und grausam. Dieser Vogel war nicht gezähmt, er war gebrochen.‘
Als sein Vater gegangen war, weinte der Junge um seinen Vogel, bis der Vater schließlich einen Bediensteten schickte, das tote Tier zu holen und zu begraben. Der Junge weinte nie wieder und er vergaß nie, was er gelernt hatte: dass lieben zerstören heißt und dass geliebt zu werden bedeutet, derjenige zu sein, der zerstört wird.“

Zitat aus dem Buch: City of Bones – Chroniken der Unterwelt v. Cassandra Clare

Mittwoch, 22. November 2017

Luftballonkompliment

Lieber Opa,

ich schreibe Dir um das zu sagen, was ich wohl lieber in den Himmel schick‘,
eine Hommage, tausend‘ Komplimente, schicke ich Dir hoch, kommt nichts zurück.
Sind die zurückgebliebenden, liebenden Verwandten,
Oma, Deine Kinder, Enkel, Kumpels und die übrigen ‚alten Tanten‘,
winken hoch in den Himmel, obwohl wir Dich bei uns spüren,
und fühlen uns einsam, weil wir nen‘ besten Freund verlieren.

Und die Erinnerung an Dich, sie lebt in uns’ren Herzen,
wird Teil uns’rer Geschichte sein, wird uns trösten, manchmal schmerzen,
wird uns freuen, bringt uns zum Lachen,
wenn wir es „wie Opa“ machen.
Ist wie ein Sonnenstrahl auf uns’ren Lidern,
wie ein „alles ist gut“ in dunkler Zeit.
Ist wie ein Kuss auf uns’rer Seele,
wenn wir uns einsam fühlen, bist Du nicht weit.

Sind grad bei Dir, so nah wie möglich, so fern dein‘ Leben,
würden alles für nen‘ weit’ren Augenblick mit Dir geben
aber wissen wir, es verlief ja alles „nach Plan“,
und Gott hat hier still und leis‘ sein Werk getan.
Und wenn Du jetzt also lesen kannst, was ich in die Zeilen schreib‘,
dann will ich das Du liest: „Was für eine tolle Zeit!“
und dass wir Dich lieben und gern an Dich denken,
dass wir hoffen, dass es Dir gut geht und dass wir Küsse Dir senden.
Dass wir stolz sind auf Dich und dass wir nun verweilen,
um uns unsterbliche Erinn’rungen einander zu teilen.

P.S. Wir werden immer Deine braven Mädchen bleiben! ♥



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Mittwoch, 4. Oktober 2017

Testament - Sarah Lesch

Testament – Sarah Lesch (Gewinnerin des Protestsongpreises 2016)

Auch Du warst mal ein Kind und auch ich war mal klein
und auch uns ham‘ sie was erzählt.
Und dann macht man das alles und versucht so zu sein
und dann merkt man das einem was fehlt.

Und dann verlernt man, sich richtig zu spüren
oder man flüchtet sich in Kunst oder Konsum
Und während ihr fleißig Pläne macht
lachen die Götter sich krumm

Lasst eure Kinder mal was dazu sagen,
hört ihnen richtig zu
Die spürn sich noch, die ham‘ Feeling für die Welt,
die sind klüger als ich und du.

Und denkt dran bevor ihr antwortet:
Ihr seid auch nur verletzte Kinder.
Am Ende gibt’s wieder ganz neue Symptome und ihr wart die Erfinder.

Und dann sagt ihnen wieder, wie es richtig geht:
„Werd‘ erwachsen“ und „bist du naiv“
Predigt Formeln, lasst alles in Hefte schreiben,
die Götter lachen sich schief.

Achtet auf Schönschrift und Lehrpläne
und dass sie die Bleistifte spitzen.
Zeigt ihnen Bilder von Eichenblättern
während sie drinnen an Tischen sitzen.

Und dann ackern und büffeln und wieder auskotzen
und am Nachmittag RTL 2.
Am Wochenende geht’s was Schönes kaufen, fertig ist der Einheitsbrei.
Und jeder der sich nicht anpasst
wird zum Problemkind erklärt.

Und jede, die zu lebhaft ist
kriegt ‘ne Pille damit sie nicht stört.
Und damit betrügt ihr euch selber denn
kein Kind ist ein Problem.

Und all die Freigeister, all die Schulschwänzer
nur Symptomträger im System.
Doch bedenkt, wenn ihr so hart urteilt.
Ihr seid auch nur gefangene Geister.

Der Unmut wird immer lauter.
Und die Lehrer schreien sich heiser.       
Empört euch, dass Hänschen nicht ist, was er sein soll,
sondern nur, wer er nunmal ist.

Die Götter pullern sich ein vor Lachen   
Und ihr denkt, dass ihr was wisst.
Und wenn Hänschen dann Hans ist,
der eigene Kinder hat, denen er was erzählt,
dann merkt Hans und Kunz und ihr vielleicht auch,
dass wieder irgendwas fehlt.

Ihr habt Wünsche und Träume
und rennt damit ständig an imaginäre Wände.
Und jeder Wunsch, den ihr euch erfüllt,
der ist dann halt auch zu Ende.

Geht ihr nur Malochen für erfundene Zahlen
und wartet, bis die Burn-Outs kommen.
Schmeißt euer Geld für Plastik raus
um ein kleines Glück zu bekommen.

Das Beste aus Cerealien und Milch,
noch ‘n Carport und noch ‘n Kredit
und alle finden‘s scheiße aber alle machen sie mit.
Ihr klugscheißert und kauft trotzdem
und die Werbung verkauft euch für dumm.
Und dann sitzt ihr vor neuen Flachbildfernsehern
und meckert auf den Konsum.

Wenn ihr das Welt nennt, bin ich gern weltfremd,
die Götter lachen sich krumm.
Ihr Traumverkäufer, Symptomdesigner,
merkt ihr noch, was passiert?

Wer hat euch das Land und das Wasser geschenkt,
das ihr jetzt privatisiert?
Ihr Heuchler, ihr Lügner, ihr Rattenfänger,
ihr Wertpapierverkäufer,
man hat euch Geist und Gefühl gegeben
und doch seid ihr nur Mitläufer.

Ihr großen, vernarbten, hilflosen Riesen
ihr wart doch auch mal klein.
Und jemand hat euch mit Schweigen gestraft
und ließ euch darin allein.

Und jetzt hört ihr nicht nur die Götter nicht lachen,
ihr hört auch ihr die Kinder nicht weinen
und sagt ihnen weiter, es würde nicht wehtun ohne es so zu meinen.

Macht ihr ruhig Pläne, ich steh am Rand,
Ich sehe euch und ich bin nicht allein.
Hinter mir stehen mehr und mehr Weltfremde,
die passen auch nicht hinein.

Und jetzt wartet nicht auf ein versöhnliches Ende,
den Gefallen tu ich euch nicht.
Kein Augenzwinkern, keine milde Pointe,
die das Unwohlsein wieder bricht.

Irgendwann werden die Götter nicht mehr lachen
und falls es mich dann nicht mehr gibt,
hinterlass‘ ich ein Kind, das sich selbst gehört
und dies unhandliche Lied.